Fingerfood und Kreissägen: Vier Lieder.

Jede Straße dieser Stadt / hab ich als Freigänger beschritten
Jeden Strauß am Wegesrand / hab ich dreimal neu getauft
Jede Phrase plattgekaut / das letzte Einhorn totgeritten
und immer weiter, immer weiter / die Blaupause abgepaust

(Lieder ohne Zorn)

Das Ende der physischen Tonträger bringt ja nicht nur ausschließlich Unannehmlichkeiten mit sich. Selbstredend nicht finanzieller Natur, aber in jedem Fall in der Arbeitsweise. So eine Scheibe will ja gefüllt sein, will sie nicht in den Verdacht der Ressourcenverschwendung geraten. Nun ließe sich ein Tonträger natürlich auch einfach mit Müll füllen, was in großen Teilen des Bussyness ja auch erfolgreich praktiziert wird, aber als Liedermacher geht das natürlich nicht, ginge dann doch das flöten, was man im Allgemeinen so als Authentizität tauft und der Erfolgslosigkeitsgarant des ganzen Barden-Konzeptes ist.

Lange Vorrede, kurzer Sinn der Vorankündigung: In diesem Frühjahr erscheint unter dem Arbeitstitel „Fingerfood und Kreissägen: Vier Lieder“ eine Art digitales Konzeptalbum mit gut 20 Minuten Spielzeit, von denen ich einerseits keine missen und denen ich andererseits aber auch keine weitere hinzufügen möchte. Hört sich rund an, hört sich warm an und fühlt sich im Moment an wie ein kleiner, würdiger Halbschlussakkord meiner Laleliedermacherlaufbahn. Ich bin froh, dass es mir noch einmal geglückt ist, mich musikalisch wie textlich auszudrücken, für den Moment will mir nichts weiteres einfallen, was ich nicht schon gesagt, geschrieben, gesungen oder geschrien hätte.

Kurz zur Mannschaftsaufstellung:
Fußbodenheizungsblues / Hiss die schwarze Fahne, Jenny / Lieder ohne Zorn / Wenn du
Eine postproletarische Romanze in vier Akten. Ich hab sie alle gern und wer meine Lieder mag, der wird auch dieses kleine Album mögen, das ich in liebevoller Heimarbeit ziemlich genau so hinbekommen habe, wie ich es wollte. Nach der wunderbaren Zusammenarbeit mit Christopher Esch zum letzten, für meine Verhältnisse pompösen wie geschmacksicheren Album „Lieder wider Lustschutzbunker“ hatte ich das Bedürfnis, noch einmal in aller Muße und Reduzierung auf mich selbst zu produzieren. Anfängliche Ideen, hier oder dort ein Duett zu wagen und dieses mit jenem anzureichern, habe ich verworfen. Einmal noch zurück zu den mittlerweile elf Jahre alten Wurzeln und so schließt sich dann gefühlt ein schöner runder Kreis mit ein paar hübschen Dellen.
Künftig mache ich dann musikalisch mal was anderes, auf jeden Fall mit Pseudonym und Autotune. Oder Punkrock. Auch mit Autotune. Stay autotuned!

Es grüßt aus dem frühlingshaften Herbst der Karriere



Bastian

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