Was schreibt man in so einem Fall? 
Diverse Versuche landeten bereits im virtuellen Papierkorb, weil`s zwar gut und richtig, aber einfach nicht richtig rund war.
Rundes will halt reifen und Worte reifen lassen, bevor sie herausposaunt werden, ach ich würde diese Fähigkeit – käme denn dann mal die gute Fee – gerne tief in diese Gesellschaft herbeiwünschen, was dem poltergeistigen Zeitgeist schnell das Weite suchen lassen würde. Gut, jetzt schwurbel ich drumherum. 

Um es relativ kurz zu machen: Kommenden Sonntag spiele ich mit Christopher Esch und der einen oder anderen musikalischen Überraschung ein sicherlich interessantes Konzert im Wuppertaler Swane. Die famose Zoè Schmidt hat den Klang unseres Albums und die dazugehörige Lyrik übrigens als Saloonmusik eingeordnet. Das ist ein bisschen richtig und ein bisschen falsch, aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich immer lieber Indianer als Cowboy war. Jedenfalls ist die Steel-Guitar Sonntag mit am Start und ein wenig saloonig ist das Swane ja auch, was ein bisschen richtig und ein bisschen falsch ist, jedenfalls: Wir spielen also im Swane, was gedenk der rauschenden Nächte, die wir beide unabhängig voneinander dort schon erlebt haben, eigentlich eine rundum frohe Kunde sein sollte: Schweißnasse Schultern, dicke Pranken, elegante Tatzen, seifenblasengroße Hopfenaerosole schweben feierlich durch den Raum, auf m Herrenklo eine Mischung aus Rauferei und Verbrüderung, am Ende macht die dicke Tüte die große solidarische Runde…achja…jetzt Schäuble ich wirklich drumherum.

Metaebenenwechsel.

Das war jetzt ein Teil des für unrund befundenen Versuchs dieses Textes, im Anschluss wäre ich auf die derzeitigen Testregelungen eingegangen, um dann das leicht traurig gewürzte Resümee zu ziehen, dass es das für mich in diesen legalisierten Separationsstrukturen stattfindenden Konzerten fürs erste dann mal war. Nur noch Sonntag, nur noch Swan, weil einmal ist ja keinmal, zumal die Anfrage vom Swane so charmant überraschend reinkam wie ein hungriger Spatz zu den Resten des Croissants…achja…
Dann wäre ich auf die Stimmen in meinem Kopf eingegangen, von denen drei Altbekannte – und die sind sich eigentlich nie einig – unisono sagen: „Bastian, wenn du dich diesem bitterbösen Schwachsinn beugst, wird dir keine brauchbare Zeile mehr durch die Finger gehen.“ Und das nehme ich dann doch ernst.
Dann sitz ich dann irgendwann mit ner FFP2 auf ner Bühne und bin als Dichter dazu verpflichtet, den Schwachsinn einer Regel vorzutragen, vielleicht so wie die Stewardessen und die Sicherheitsregeln und alle findens irgendwie okay aber Nordkorea halt kacke.
Naja.
Was die Geschichte jedenfalls nicht rund gemacht hat, war die dritte Person, die ich in der Betrachtung der Regelungen eingenommen habe. Als wäre mein Zorn, als wäre meine Begriffsstutzigkeit in Anbetracht der Tatsachen ein reiner Akt der Solidarität mit den Betroffenen. So meinte ich übrigens bislang meistens meine Lieder.
Ist nun Quatsch. Nicht nur, aber grundlegend, denn ich bin doch selber betroffen, was sich wie ein Outing anfühlt, aber privat ist das Gesundheitliche ja offensichtlich dann mal gewesen. Hauruck.
Also gut, ich bin einer von denen, den weder die PR-Strategie des Honigtopfes, noch der anschließende moralische bis schlussendlich gesetzliche Druck von meiner Überzeugung abgebracht haben, dass dieser Klacks von Pieks für mich nicht in Frage kommt. Eher würde ich mit dem Rauchen aufhören. Nimm das, Barmer Ersatzkasse.
(Nun, steinigt mich, bannt mich, schimpft mich einen Rechtsradikalen oder fahrt etwas kleinere Kaliber der Beleidigung auf – Nenahahahildmannhihi zum Beispiel – und schämt euch dabei bloß nicht eine Sekunde für eure aufrichtig pawlowsche Boshaftigkeit. Danke, tschüß, pardon.)

Und wer sich vom Eingeklammerten nun nicht gezwickt fühlt, der fühle sich stattdessen freundlich gegrüßt, ich würde mich innig freuen, den einen oder die andere am kommenden Sonntag zu sehen, es wird uns ein Fest sein.
Wir spielen ein bisschen was altes, ein bisschen was neues und noch viel neueres, exklusiv für Klaus Jedermann.
Leider ohne Bass, der in Köln einen Plattenrelease zelebriert, dafür mit viel Zeit und das ganze in entspannten Sonntagsmoods.
18 Uhr gehts los.

Viel Glück beim Testen, frohe Ostern und auf bald in bessren Zeiten!
Bastian

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