Ein Heimatlied, entstanden tatsächlich, so einfach gestrickt sind wir Rheinländer mitunter, an einem Rosenmontagabend. Hatte ich die Tage zuvor wenig Lust auf den Karnevalstrubel, saß ich dann an jenem Abend vor einer Fernsehsitzung in der karnevalistischen Diaspora Wuppertal und wurde – ob ich`s wollte oder nicht – melancholisch beim Gedanken an meine heimisch-rheinische Bagage. Eine schöne Sache, ein schönes Lied.



Heinrich Böll, der mich tatsächlich durch meine Pubertät begleitet hat, bis ich bereit für Dylan war, sagte mal sehr treffend wie angeödet vom Ramtata, dass Köln ja auch eine sehr ernsthafte Stadt sei. Könnte man dieser Stadt, die sich dem tumben Trubel verschrien hat und sich entsprechend verschreien lässt, gerne mal wieder ans Rathaus pinseln.
Aber worum es eigentlich geht, das ist der Fluss. Ohne den wäre alles nix. Und auch an Köln, seiner heimlichen Königin, fließt er vorbei, sie liebt ihn, er sie nicht, fließt immer nur weiter an ihr vorbei – auch das schrieb Heinrich Böll. Untenstehendes Lied schrieb ich aus meiner Sozialisaton und ausm Bauch heraus. Mein Vater, der wirklich in genau diese Landschaft hineingeboren wurde, streichelt das Dröhnen des Stroms aus dem Kontrabass und gemeinsam mit einem Teil der Fammillich haben wir vergangenes Wochenende dieses Video gedreht. Gleich gegenüber dieser Landschaft, in der ich eine ganze Weile fast alle meine Lieder schrieb, steht das Haus, das mein Opa nach dem Krieg selbst erbaut hat, mittlerweile wohnt die vierte Generation meiner Familie drin und wenn wir dann ein paar mal im Jahr alle zusammenkommen, platzt es aus allen Nähten. Alte Dielen knarzen unter tobenden Kinderfüßen, die Filtermaschine röchelt und ich denke mir, dass das wohl Heimat ist.

In Kauf für die schönen Bilder nahmen wir übrigens jeder knapp 100 Mückenstiche, denn auch diese fühlen sich am Rhein sehr wohl und singen und zechen. Im Prinzip genau wie ihre zweibeinigen Nachbarn.

Jrööß

Bastian

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