Once up on a time: Zu Gast beim Bochumer Kulturrat

Ziemlich genau zwei Jahre liegt unser Gastspiel beim Bochumer Kulturrat nun zurück. Ein paar Eindrücke von dem, was mal war. Wer Melancholie sagt, zahlt die Lokalrunde.
Die verloren geglaubten Videomitschnitte jenes schönen Abends:

Wenn wir weiterstreiten: Ein schönes Lied, von dem es auch eine wunderbare Grasnarbenversion mit Merle Weißbach am Cello gibt. Warum dieser Song nicht auf der neuen Platte ist, weiß ich auch nicht. Manch schöner Zug fährt durch manch schönen Bahnhof einfach durch. Am Bass – dieses Mal ein Ukulelenbass – wie immer mein edler Erzeuger Hans Wadenpohl. Auf der getunten Holzkiste immer wieder gerne: Sascha Kern, mittlerweile auf Fuerteventura. Oder La Gomera. Auf keinen Fall Ibiza.


Die Zugabe „Halb und halb“, der Bass wollte schon von der Bühne, gesellte sich dann aber doch noch einmal zur Musik – im Blindflug, denn das Lied war bis dato nur mir bekannt. War auch mal eine solide Nummer auf dem Album, das es nie geben sollte.

Low budget? No budget.

Diesen Sommer ist es elf Jahre her, dass ich in einer voll-laminierten, durch und durch 90 Grad scharfen Wohnung unweit des Kölner Südstadions meine erste CD in Eigenregie produziert habe. Das Okayeste vom Billigsten an Kopfhörern saß ich da, hörsturztriskierend, beeindruckend ahnungslos und mischte ab, was ich zuvor ins Beton-Viereck geprügelt und geschrien hatte. Das mag nun wahnsinnig unromantisch klingen, aber das war es nicht. Bewohnt war die Wohnung nämlich von einer ganz und gar nicht rechteckigen Dame, die ein wenig in mich und unsterblich in Bruce Springsteen verliebt war. Wir waren on fire, mir war egal, wie das klang, was ich da mischte und mixte, die Botschaft zählte und davon ab: Mein damaliges Gitarrenspiel schön zu mischen, dürfte auch manchen Top-Produzenten an die Grenzen gebracht haben.
Elf Jahre später, oh elendes Erwachsensein sitze ich da, mittlerweile Wuppertal (aber Echtholzboden, hohe Decken, runde Kanten) und mische ab, was im letzten Jahr in einem Keller des Wuppertaler Luisenviertels entstanden ist. Die beiden Vorgänger-Alben durfte ich bei Profis aufnehmen, der mittlerweile leider Geschichte gewordene Retap Verlag ermöglichte mir einige Studiotage und ersparte mir vor allem das Abmischen und Fertigstellen. Nur meinen Senf musste ich hinzugeben und die Sachen natürlich einspielen. Hat seine Vorteile, hat seine Nachteile: Emotional wie musikalisch on point, wohlmöglich sogar vormittags, seine Leistung als Liedermacher abzurufen, ist an manchen Tagen unmöglich. Mich aber, wann immer mir danach ist, zurückzuziehen und ein paar Mikrofone aufzustellen und ganz nach Stimmung zu gucken was ist, das ist möglich. Und so arbeite ich eigentlich am liebsten.
Die ersten Spuren des kommenden Albums stammen aus dem Januar 2020, es folgte ein äußerst fruchtbarer gesellschaftlicher Stillstand und mittlerweile steht eigentlich alles und alles ist ein bisschen anders.
Mehr dazu bald, viel zu schönes Wetter und eigentlich will ich ja eh nur die Seite testen und so.

Erste Hörprobe zum neuen Album


Lange angekündigt, da ist sie nun, die erste Hörprobe meines neuen Albums Lieder wider Lustschutzbunker.
Eigentlich war das Ding schon im Februar fertig, dann gingen die Rolläden runter und diese kleine Ode an die Einsamkeit bekam angesichts des Orwellschen Credos „Distanz ist die neue Liebe“ plötzlich einen etwas faden Beigeschmack. 

Nun wurde es frisch untermalt, der coole Bruder Rhein treibt gemächlich durch‘s Bild, die Schiffe tuckern und das, was das Lied sagen will, fließt wieder entspannt durch die Zeilen: Macht‘s in eurem eigenen Tempo 🙂

Ticktack

20. August 2020

Das war ja schon peinlich, dieses sich selbst Reduzieren auf Facebook und Instagram. Hier also nun wirklich meine eigene Homepage, die ich – so habe ich es mir fest vorgenommen – nun auch wirklich pflegen, füttern und auf Trab halten möchte. Nicht nur mit Terminen, da gibt es momentan auch wenig zu berichten, wohl aber überlas, was ich sonst so treibe, schreibe, denke und fühle. Im Schatten des scheinbar unvermeidlichen nächsten Lockdowns beispielsweise meine bislang nicht veröffentlichten, tagebuchgleich niedergeschriebenen Gedankengänge zum ersten Lockdown im März und April. Lesenswert bis lustig, schaut gerne mal rein.

Zudem stecke ich tief in der Produktion meines dritten Albums, Wasserstandsmeldungen werden hier veröffentlicht, unter dem Menüpunkt Werke findet ihr Infos zu meinen bisherigen Veröffentlichungen und ich bin guter Dinge, dass sich noch in diesem Jahr jenes weitere, dritte Album dazugesellen wird. Lieder wider Lustschutzbunker wird es heißen, ein Titel, der mir im Januar, weit vor Corona, kam und vor diesem neuerlichen Hintergrund natürlich bestehen bleibt.

Soweit, so gut, es schwenkt den Hut

Bastian